Berliner Immobilienmarkt

Karl-Marx-Allee in Berlin
Karl-Marx-Allee in Berlin © [bli]

Welche Auswirkungen haben die Rückkäufe in der Karl-Marx-Allee auf den Berliner Immobilienmarkt?

Das Thema ist seit Wochen in aller Munde und wird nicht nur in der Berliner Immobilienbranche heiß diskutiert.

Nach dem neuesten → Artikel im Tagesspiegel vom 10.01.2019 könnten die Rückkäufe der Wohnungen in der Karl-Marx-Allee die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewobag 100 Millionen Euro kosten. Hintergrund waren die in den letzten Wochen anhaltenden → Mieter-Proteste gegen einen Verkauf an den Immobilienriesen Deutsche Wohnen. Die Mieter fürchteten sich davor, nach dem Verkauf untragbaren Mieterhöhungen ausgesetzt zu sein.

Auf der → Pressekonferenz vom 11.01.2019 setzte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) nun noch einen drauf, indem er ankündigte, die gesamten Wohnungsbestände der früheren Wohnungsgesellschaft GSW vom umstrittenen Immobilienkonzern Deutsche Wohnen zurückkaufen zu wollen. Ließen sich diese Pläne umsetzen, würde es das Land mindestens sieben Milliarden Euro kosten.

Aber blicken wir zunächst auf die jüngsten Ereignisse in Berlin zurück.

Die landeseigene Gewobag kaufte Ende letzten Jahres durch eine bisher einmalige Aktion in der Berliner Senatsgeschichte bis zu 316 Wohnungen in Friedrichshain zurück, damit diese nicht an den spekulativen Immobilienkonzern gehen. Nicht überall findet dieser ungewöhnliche Staatsdeal, um städtischen Wohnraum zu retten, Zustimmung. Achim Amann, Mitbegründer von Black Label Immobilien, sagt dazu: „Für 100 Millionen Euro, die es den Staat kostet, werden lediglich vermietete Wohnungen zurückgekauft. Ich habe mal durchgerechnet, was mit diesen Steuergeldern alles neu gebaut werden könnte. Mit 100 Millionen Euro wäre das bei einem Quadratmeterpreis von 3.500 Euro neuer Wohnraum von insgesamt 28.571 Quadratmetern. Nimmt man eine 70-Quadratmeter-Wohnung als Durchschnitt würden 408 Neubauwohnungen entstehen – rechnet man 3 Personen pro → Wohnung, hätten dann schon zusätzlich 1224 Menschen in Berlin eine bezahlbare Mietwohnung.“

In den letzten Wochen war deutlich eine starke Resonanz zu diesem brisanten Thema von Berliner Mietern und Kapitalanlegern im Office des internationalen Immobilienmaklers zu spüren:

„Dadurch, dass die Karl-Marx-Allee wochenlang Thema in der Berliner Tagespresse war, bekommen nun auch viele andere Mieter in Berlin mit, wie unsicher die eigenen Mietverträge sein können und dass die Stadt sogar bereit ist, vermieteten Wohnraum für 3.500 Euro pro Quadratmeter für einzelne Mieter zurückzukaufen. Wir haben immer mehr Anfragen von Mietern, die ihre Wohnung kaufen wollen oder aber auch von Kapitalanlegern, die in Berlin gerne eine Wohnung kaufen und vermieten wollen. Wir erleben also gerade einen vom Berliner Senat weiter angeheizten Immobilienmarkt, der die Nachfrage nach Eigentum weiter schürt. Für den Berliner Steuerzahler ist der aktuelle Vorgang aber ein Skandal. Wer übernimmt dann am Ende die Kosten für die zurückgekauften Wohnungen und was wird mit den Mieten passieren? Der Staat wird über erhebliche Mieterhöhungen in der nahen Zukunft auch nicht umhin kommen, um seine Investitionen in den Wohnungsmarkt dem Steuerzahler gegenüber zu rechtfertigen“, äußert sich Achim Amann kritisch dazu.

Es kann nur immer wieder dazu gesagt werden, dass dringend → neuer Wohnraum geschaffen werden muss. Das ist der einzig sinnvolle Weg, um auf dem angespannten Berliner Wohnungsmarkt für langfristige Entspannung zu sorgen.

Die Berliner Regierung sollte schnell aus ihrem angestaubten Verwaltungsapparat heraustreten. Das Beispiel in der Karl-Marx-Allee hat ja gezeigt, dass der Senat sehr wohl in der Lage ist, unbürokratisch und schnell auf die aktuellen Geschehnisse zu reagieren. Immer wieder wurden die Berliner Politiker in der jüngsten Vergangenheit darauf hingewiesen, Prioritäten zu setzen, und zwar konkret die Schaffung von kleinen und mittleren Wohnungen im Niedrigpreissegment umzusetzen. „Wir fragen uns, wann diese Signale, die von allen Seiten auf den Berliner Senat einströmen, endlich wahrgenommen werden“, schließt Achim Amann dazu ab.

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Dominique Bridstrup

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